Die deutschen Erd- und Steinwerke GmbH Berlstedt
1936 Bauleitung des Reichsführers SS, Hauptamt Verwaltung und Wirtschaft,
Dienststelle Berlstedt. Grunderwerb war schwierig, da das Gelände von einem
Erbhof genommen werden musste. Da es mit dem Erwerb eines Bauern zu
tun hatte, musste Ersatzland zur Verfügung gestellt werden.
1938 Häftlinge beginnen mit Vorarbeiten zum Bau des Lagers. Täglich kamen
Häftlinge vom Stammlager über Hottelstedt nach Berlstedt. Beim Eintreffen
konnte man oft das „Buchenwaldlied“ hören. Am Abend mussten die Häftlinge
nach schwerer Arbeit den schweren Aufstieg ins Stammlager zurücklegen.
Gruppenführer Pohl verhandelte über die Kreditbeschaffung. Grundlage –
Architekt Speer benötigt jährlich 2 Milliarden Ziegelsteine, die Industrie liefert
zu dem Zeitpunkt nur etwa 18 %. Die Anzahl der Häftlinge nahm zu die man
benötigte für diese Arbeit.
Rund um das Lager wurden 2 Zäune errichtet. Der äußere war ein einfacher
Zaun, der innere war elektrisch geladen. Zwischen den beiden Zäunen gab es
einen Laufsteg (1,50 m), auf dem die Wachposten mit Hunden marschier ten.
Die Strecke des Zaunes war beleuchtet. In jeder Ecke und in der Mitte des
Zaunes befanden sich Wachtürme, Holztürme von etwa 2,50 qm mit
geschlossener Kabine. Der untere Teil war aus Holz und oben Glas. Auf
jedem Turm befand sich ein leichtes Maschinengewehr. Die Häftlingsba -
racken bestanden aus Holz. Im Inneren standen beidseitig Doppelstock
betten mit je einer Graudecke. Die Fenster waren vergittert. In der Mitte
stand ein langer Holztisch mit vielen Hockern.
Die SS-Baracke war halb aus Stein und Holz gebaut. Die Baracke war für die
Wachmannschaft und unterteilte sich in Waschräume, Aufenthaltsräume und
Küche.
1939 Bau der Abwasser- und Berieselungsanlage des KZ Buchenwald auf den
Feldern unserer Flur durch Häftlinge. In der Folge Steigerung der Erträ ge in
der Landwirtschaft.
1940 Bau des Klinkerwerkes und Beginn der Ziegelproduktion
1941 290 Häftlinge und Zivilangestellte arbeiten im „Klinkerwerk“. Hauptpro
duktion dieses Werkes war die Herstellung von Ziegelsteinen (Klinker). Als
Nebenproduktion lief die Herstellung von Krügen, Schüsseln und anderen
Gegenständen, die in einer keramischen Werkstatt hergestellt wurden. Diese
Gegenstände wurden z. T. von den Häftlingen bemalt. Die keramische
Werkstatt aus dem KZ Buchenwald wurde im Februar 1942 vom Klinkerwerk
übernommen.
Arbeitsgänge: 1. Arbeit in der Tongrube (Förderung des Tons) in Loren über
Aufzugsanlagen bis zur Abkipprampe. 2. Aufbereitung und Formgebung des
Tons (Rohlinge – in der Großen Halle mit dem Brennofen) 3. Trocknung der
Rohlinge mit einer Trockenpresse (zwei weitere Hallen wurden dafür errichtet)
4. Arbeit in der Ofenanlage - Die Klinkersteine werden gebrannt.